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Flohmärkte als Teil einer Kreislaufwirtschaft

Geschrieben von Salma Nurulhuda, Praktikantin Community Engagement and Coordinator Project Child Indonesien, Übersetzt von Lia Sophie Wilmes, Content Writer Praktikantin Project Child Indonesien

Den konventionellen Wirtschaftsprozess kann man sich als gerade Linie vorstellen, an dessen Ausgangspunkt die jeweiligen Rohstoffe zu sehen sind. Diese haben eine weiter Reise vor sich: durch die Produktion bis hin zum Verbraucher, bis sie schließlich nicht mehr gebraucht werden und im Hausmüll oder auf großen Deponien landen. Dies gilt für alle Arten von Produkten, darunter auch unsere Kleidung. Die Bekleidungsindustrie ist heutzutage einer der Hauptverursacher von Umweltverschmutzung und Textilabfällen. Es gehen viele Nachteile mit einer klassischen, linearen Wirtschaft einher. Daher muss es so schnell wie möglich einen Wandel hin zu einer nachhaltigeren Kreislaufwirtschaft geben.

Eine Kreislaufwirtschaft ist ein Wirtschaftsmodell, dessen Grundlage ein Zyklus von restaurativem und regenerativem Design ist. Dadurch sollen sowohl der größte Nutzen, als auch der größte Wert von Produkten, Bauteilen und generell Materialien sichergestellt werden. Ein großer Vorteil der Kreislaufwirtschaft liegt darin, dass Herausforderungen in Bezug auf die vorhandenen Ressourcen für Unternehmen und Volkswirtschaften aktiv angenommen werden; Wachstum wird generiert, Arbeitsplätze werden geschaffen und die negativen Auswirkungen auf die Umwelt werden reduziert. Je nach Nutzungsphase können zirkuläre Wirtschaftsmodelle in drei Bereiche unterteilt werden: zirkuläres Design in der Vornutzungsphase, optimale Nutzung in der Nutzungsphase und Wertrückgewinnung in der Nachnutzungsphase.

In der Phase des zirkulären Designs könnten Unternehmen im Sinne von nachhaltiger Mode haltbarere Kleidung entwerfen oder Kleidung aus wiederverwertbaren Materialien herstellen. Es kommt aber auch auf das Nutzungsverhalten des Konsumenten und der Konsumentin an; falls er oder sie das Kleidungsstück bereits nicht mehr mag, bevor es überhaupt seine maximale Leistungsfähigkeit erreicht hat, führt das zu einer kürzeren Nutzungsphase. Um zu vermeiden, dass sich Kleidung nutzlos im Schrank stapelt oder weggeworfen wird, obwohl sie noch getragen werden könnte, können Verbraucher ihre Kleidung weiterverkaufen, zum Beispiel auf Flohmärkten. Auch kann Kleidung für wohltätige Zwecke gespendet werden.

Flohmärkte sind ein gutes Beispiel dafür, wie die Nutzungsphase eines Produktes verlängert werden kann.

Dank Flohmärkten wird Kleidung, die noch in gutem Zustand ist, nicht direkt entsorgt, wenn der Besitzerin oder dem Besitzer das Kleidungsstück nicht mehr gefällt, sondern es wird weiterverkauft und findet eine neue Besitzerin oder einen neuen Besitzer. Menschen, die generell nur wenig Geld für Kleidung zur Verfügung haben, können auf Flohmärkten Kleidung zu einem günstigen Preis erwerben. Project Child Indonesien bietet Kindern aus in Flussnähe lebenden Gemeinden die Möglichkeit, an wöchentlichem Unterricht teilzunehmen. Die Gemeinden liegen an den Ufern der Flüsse Gajahwong, Code und Winongo in Yogyakarta. Im vergangenen März organisierte das Team von Project Child Indonesien in einer dieser Gemeinden einen Flohmarkt. Viele der Menschen, die dort leben, sind von ihrem täglichen Einkommen abhängig, das meist nur die Grundbedürfnisse ihrer Familien deckt. Diese Menschen haben sich sehr über den Flohmarkt gefreut und werden ihre neue Kleidung mit Sicherheit noch lange tragen.

Flohmärkte können außerdem eine Einkommensquelle für gemeinnützige Organisationen darstellen und somit für wohltätige Zwecke genutzt werden. So kann der Wohlstand gerechter unter den Menschen verteilt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir den Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft unterstützen sollten. Das erfordert das Engagement vieler verschiedener Akteure, wie zum Beispiel der Konsumenten. Flohmärkte sind ein Weg, dieses Ziel zu erreichen.

Referenzen:

  • Ellen MacArthur Foundation. 2015. Towards A Circular Economy: Business Rationale for An Accelerated Transition.
  • Gwilt, A., Risannen, T. 2012. Shaping Sustainable Fashion: Changing the Way We Make and Use Clothes. Routledge
  • Stötzer S., Andeßner, R., Scheichl, S.  2020. Charity flea markets – an amalgamation of product philanthropy and volunteering. International Review on Public and Nonprofit Marketing

Secondhand Market as a Form of Circular Economy

Written by : Salma Nurulhuda – Community Engagement and Coordinator Intern

The conventional process in which people are doing business could be drawn as a straight line with raw materials at the starting point, which then goes through manufacture, and goes to the consumer, and finally ends up in landfills when users throw it away. This applies for all kinds of products, including clothes. The clothing industry is one of the top contributors to pollution and textile waste, and the majority of them still have linear chain. There are many disadvantages that come with this economic model. A transformation to a more sustainable circular economy needs to take place.

A circular economy is a new economic model that proposes cyclical chain based on restorative and regenerative design to retain the highest utility and value of products, components, and materials. The advantages of circular economy are the ability to address challenges regarding resource for businesses and economies, generate growth, create jobs, and reduce environmental impacts (Ellen MacArthur Foundation, 2015). According to the usage phases, circular models could be divided into three: circular design in the pre-use phase, optimal use in the use phase, and value recovery in the post-use phase.

In the circular design phase, companies could design more durable clothes or make clothes out of recyclable materials in participation of sustainable fashion. Although it also comes down to the consumer’s use behavior, whether or not they get bored with a garment before even wearing it to its maximum capacity, leading to a shorter use phase. One way to tackle the problem from the consumer’s side is to practice lateral cycling when getting rid of wearable clothes. Instead of letting them uselessly pile up in the closet or sending clothes to landfills, consumers could resell their clothes or donate them to secondhand charity flea markets.

Secondhand markets are good example to prolong the use phase of a product.

Through secondhand markets, clothes that are still in good conditions don’t go straight to landfills once the owner decide that they no longer need it, but the clothes find new owners that could use them up. The advantage of a secondhand market stretches when held in low income neighborhood as it could help provide a chance for the families to purchase clothes at a cheap price. As Gwilt and Rissanen (2012) stated, the lower the price of clothes, the shorter the relationship between customers and clothes. However, the vulnerable community such as that in the riversides of Gajahwong, Code, and Winongo, in which the River School team of Project Child Indonesia conducted a secondhand market last March, live their day-to-day lives by the income that only covers basic necessities and have little to spare on shopping clothes, therefore they have more incentive to utilize the clothes for a longer period of time before they decide to throw it away due to the depletion of the product’s quality (i.e. the clothes are worn out to its maximum capacity). 

Another advantage of secondhand markets, more specifically charity flea markets, is that they provide a source of income for non-profit organizations (Stötzer, et. al., 2020), therefore wealth could be more distributed for good causes. In summary, the world needs to transform to a more circular business models, which needs participation from various levels of stakeholders, including consumers, and one way to achieve that is through secondhand markets.

Sources :

  • Ellen MacArthur Foundation. 2015. Towards A Circular Economy: Business Rationale for An Accelerated Transition.
  • Gwilt, A., Risannen, T. 2012. Shaping Sustainable Fashion: Changing the Way We Make and Use Clothes. Routledge
  • Stötzer S., Andeßner, R., Scheichl, S.  2020. Charity flea markets – an amalgamation of product philanthropy and volunteering. International Review on Public and Nonprofit Marketing