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Internationaler Frauentag: Frauenrecht ist Menschenrecht

Geschrieben von Graciella Ganadhi, Content Writer Project Child Indonesien, übersetzt von Lia Sophie Wilmes, Content Writer Praktikantin Project Child Indonesien

Im Laufe der Geschichte wurden Frauen häufig unfair behandelt, vor allem dann, wenn sie in patriarchalen Gesellschaftsstrukturen lebten. Frauen wurden häufig nicht als eigenständige Individuen, sondern lediglich als Besitz der Männer betrachtet. Sie hatten keinerlei Rechte, durften also zum Beispiel nicht wählen und hatten auch in anderer Hinsicht keine Freiheiten. Die Gesellschaft bestimmte über das gesamte Leben der Frauen; sie durften nicht einmal selbst ihre Kleidung aussuchen.

Wenn man ein Geschichtsbuch aufschlägt, wird man selten über die Erfolge von Frauen lesen. Kaum jemand kennt beispielsweise Mileva Einstein, die erste Frau des Physikers Albert Einstein. Und das, obwohl sie ihn maßgeblich bei der Entwicklung seiner Relativitätstheorie unterstützte. Von den Erfolgen von Frauen sind allerdings häufig keine Spuren zu finden.

Mit der Zeit forderten Frauen vermehrt, gleichberechtigt behandelt zu werden. Allerdings kann die Gleichberechtigung der Geschlechter nur dann erreicht werden, wenn die gesamte Gesellschaft an einem Strang zieht und das gleiche Ziel verfolgt. Jeder Mensch hat individuelle Gedanken, Meinungen, Verhaltensweisen und Denkweisen. Das Motto des Internationalen Frauentags 2020, der am 8. März stattfand, ist „Kollektiver Individualismus“. Im Einklang mit diesem Motto sollte jeder Mensch für die Gleichberechtigung der Geschlechter kämpfen. Wir alle müssen mithelfen, wenn es darum geht, die Zukunft zu ändern.

“Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen wurde weder von einer einzelnen Feministin bzw. einem einzelnen Feministen, noch von einer bestimmten Organisation geführt. Er ist den gemeinschaftlichen Anstrengungen all derer zu verdanken, denen Menschenrechte ein wichtiges Anliegen sind.“

– Gloria Steinem (Feministin, Journalistin und Aktivistin)

Es geht nicht primär um die Rechte eines bestimmten Geschlechts, sondern um Menschenrechte im Allgemeinen. Wir sollten als Gesellschaft die Erfolge von Frauen uneingeschränkt wertschätzen und stets unvoreingenommen gegenüber dem weiblichen Geschlecht sein. Wir sollten die veralteten Sichtweisen, die in unserer Gesellschaft teilweise immer noch herrschen, hinterfragen und die Perspektiven erweitern.

Das Bemühen um die Gleichberechtigung der Geschlechter sollte als kontinuierlicher Prozess angesehen werden. Eine Gesellschaft, deren Mitglieder gleichberichtigt sind, wird in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgreich sein, und auch das Zusammenleben wird harmonischer sein. Gleichberechtigung kann nur gemeinsam erreicht werden. Sind Sie bereit für den Wandel?

Für mehr Informationen über den Internationalen Frauentag und darüber, was Sie persönlich tun können, besuchen Sie:
https://www.internationalwomensday.com/

Referenzen:

https://www.internationalwomensday.com/Theme

https://blogs.scientificamerican.com/guest-blog/the-forgotten-life-of-einsteins-first-wife/

Internationaler Tag der Muttersprache: ein Tag, an dem die Sprachenvielfalt dieser Welt gefeiert wird

Geschrieben von Graciella Ganadhi, Content Writer Project Child Indonesien, übersetzt von Lia Sophie Wilmes, Content Writer Praktikantin Project Child Indonesien

Um miteinander zu kommunizieren, verwenden wir alle eine Sprache. Manche von uns sprechen eine Sprache, während andere zweisprachig oder sogar mehrsprachig sind. Egal, wie viele Sprachen wir sprechen, wir haben alle eine Muttersprache. Das Große Wörterbuch der indonesischen Sprache (Great Dictionary of the Indonesian Language) definiert Muttersprache als „die erste Sprache, die eine Person nach der Geburt durch die wiederholte Interaktion mit ihrer Sprachgemeinschaft beherrscht.“

Trotz alledem verschwindet alle zwei Wochen eine Sprache. Warum? Die Antwort ist einfach: Die Globalisierung lässt die Grenzen innerhalb der Gesellschaft verschwimmen. Sprachen, Kulturen und Traditionen vermischen sich zunehmend. Manche Sprachen nehmen dadurch an Bedeutung zu, während andere nach und nach verschwinden. Sprachen, die vor allem im politischen und wirtschaftlichen Kontext verwendet werden, wie zum Beispiel Englisch, Spanisch und Mandarin, werden auch in Zukunft viele Menschen lernen und sprechen. Statistiken zeigen, dass 43 % der weltweit etwa 6500 Sprachen kurz davor sind, auszusterben, weil sie von zu wenigen Menschen gesprochen werden. Das Verschwinden einer Sprache bringt immer auch den Verlust von Erinnerungen, einer Kultur und Traditionen mit sich. All dies kann als kulturelles Erbe für die Menschen auf der ganzen Welt angesehen werden.

Die Vereinten Nationen erklärten den 21. Februar zum Internationalen Tag der Muttersprache. Ziel dessen ist es, die Sprachen dieser Welt zu erhalten und die linguistische und kulturelle Vielfalt zu fördern.

Rafiqul Islam, ein in Bangladesch geborener Kanadier, stellte die Idee 1998 in einem Schreiben an den damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, vor. Darin bat er die Vereinten Nationen, den zahlreichen gefährdeten Sprachen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und konkrete Maßnahmen gegen das Aussterben dieser einzuleiten. Das Datum des Internationalen Tags der Muttersprache wurde in Gedenken an vier junge Studenten ausgewählt, die 1952 während der Bengalischen Sprachbewegung in Dhaka, Bangladesch, von der Polizei erschossen wurden.

Indonesien ist für seine große kulturelle und sprachliche Vielfalt bekannt. In dem weltweit größten Inselstaat werden mehr als 652 Landessprachen gesprochen. Die meisten Indonesier haben mehr als eine Muttersprache, da in indonesischen Familien häufig zwei oder mehr Sprachen gesprochen werden. Die Muttersprache von Kindern, die auf Java aufwachsen, und deren Eltern Javaner sind, ist in der Regel Javanisch. Indonesisch lernen sie meist erst in der Schule. Ethnologue, eine web-basierte Datenbank, in der die Sprachen dieser Welt gelistet sind, stufte insgesamt 138 indonesische Landessprachen als gefährdet, fast ausgestorben oder ausgestorben ein. Der Großteil der indonesischen Landessprachen hat nicht so eine privilegierte Stellung wie Javanesisch, Sundanesisch oder Balinesisch. Dies liegt daran, dass immer weniger Menschen diese Sprachen sprechen, und auch das Interesse, sie zu lernen, zurückgeht.

Der Internationale Tag der Muttersprache wird zu Ehren der unterschiedlichen Sprachen dieser Welt gefeiert. Da Multikulturalität und Mehrsprachigkeit zu mehr Toleranz in der Gesellschaft führen, soll dieser Tag die Menschen dazu anregen, die kulturelle und sprachliche Vielfalt sowie die Mehrsprachigkeit zu fördern. Indem Sprachen und generell die linguistische Vielfalt erhalten werden, können auch Kulturen und Traditionen bewahrt werden. Und das ist letztendlich das, was uns zu den Personen macht, die wir sind. Es ist unsere Verpflichtung, den Internationalen Tag der Muttersprache ernstzunehmen, und wenn nicht für uns selbst, dann für die Zukunft dieser Welt.

Referenzen: