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Wie Sie helfen können, Kinderarbeit zu beenden

Geschrieben von Graciella Ganadhi, Content Writer Praktikantin Project Child Indonesien, Übersetzt von Lia Sophie Wilmes, Content Writer Praktikantin Project Child Indonesien

Erinnern Sie sich noch an Ihre Kindheit? Wenn ja, waren Sie glücklich? Konnten Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden unbeschwert Spaß haben, konnte Ihre Familie es sich leisten, immer genügend Essen zu kaufen und durften Sie sich manchmal ein neues Spielzeug aussuchen? Wenn Sie Ihre Kindheit so beschreiben würden, haben Sie sehr viel Glück gehabt. Sie sind dann höchstwahrscheinlich einer von zehn Menschen auf der Welt, die das Privileg haben, eine glückliche Kindheit gehabt zu haben. In Afrika und Asien müssen die anderen neun von zehn Kinder hart arbeiten und werden oft schon in sehr jungen Jahren als Arbeitskräfte ausgebeutet. Diese Kinder müssen Geld verdienen, um ihre Familie zu unterstützen, und können nicht zur Schule gehen, geschweige denn ihre Lebensträume verfolgen. Häufig fallen diese Kinder auch Menschenhändlern zum Opfer oder werden sexuell missbraucht.

Kinderarbeit ist seit Jahren ein schwieriges Thema innerhalb unserer Gesellschaft. Ohne eine entsprechende Überwachung und strenge Gesetze wird es unmöglich sein, Kinderarbeit langfristig zu beenden. Wir Bürger können die Regierung dazu drängen, bessere Gesetze zur Bekämpfung dieses Problems auf den Weg zu bringen. Allerdings müssen wir auch einen persönlichen Ansatz wählen. Denn neue Gesetze werden die Lebensqualität der Kinder nicht auf Anhieb verbessern. Wir müssen ihnen helfen, eine gute Ausbildung zu erhalten, damit sie bessere Chancen haben, im Leben erfolgreich zu sein. Materielle Hilfen wie Geld oder Nahrungsmittel helfen zwar in dem jeweiligen Moment, sind aber nicht besonders nachhaltig; Bildung hingegen schon.

Wenn Sie persönlich Interesse daran haben, diesen Kindern zu helfen, ist die Freiwilligenarbeit eine tolle Möglichkeit dafür. Jedes Kind dieser Welt hat das Recht auf Bildung, und wenn Sie dabei helfen können, ihm diese zu ermöglichen, warum nicht? Ein Beispiel, durch das Kindern mit Hilfe von Freiwilligenarbeit eine Ausbildung ermöglicht wird, ist das Projekt Sekolah Sungai von Project Child Indonesien – ein spannendes Projekt. Sie haben bei der Freiwilligenarbeit die Möglichkeit, den Kindern einen Zugang zu Bildung zu verschaffen, und können ihnen dadurch helfen, ihre Träume zu verwirklichen.

Es gibt immer einen Weg, wie man helfen kann.

Referenzen: 

https://www.un.org/en/observances/world-day-against-child-labour

https://www.ilo.org/jakarta/areasofwork/child-labour/lang–en/index.htm

Online-Lernen – Nicht jeder in Indonesien kann davon profitieren

Geschrieben von Intan Realista Zanta Avhisa, Program Manager Sekolah Sungai, Übersetzt von Lia Sophie Wilmes, Content Writer Praktikantin Project Child Indonesien

Von dem ansteckendes Virus COVID-19 sind inzwischen viele Länder dieser Welt betroffen. Seit seinem Ausbruch Ende 2019 leiden zahlreiche Bereiche unserer Gesellschaft unter den Auswirkungen des Virus. Das Bildungswesen ist derzeit beispielsweise mit besonders großen Herausforderungen konfrontiert. Die UNESCO (Organisation der UN für Bildung, Wissenschaft und Kultur) gab bekannt, dass derzeit weltweit mehr als 850 Millionen Schülerinnen und Schüler wegen der Verbreitung von COVID-19 zu Hause bleiben müssen. Das entspricht etwa der Hälfte aller Schülerinnen und Schüler.

In Indonesien wurde am 2. März 2020 die erste Person positiv auf das Corona-Virus getestet. Seitdem hat das Bildungsministerium einige Veränderungen im Bildungswesen vorgenommen, um die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen. Es wurde unter anderem angekündigt, in den Schulen zukünftig Online-Lernen einzuführen. Lehrerinnen und Lehrer sind dazu angehalten, das Bewusstsein über das Coronavirus bei den Schülerinnen und Schülern zu stärken. Online-Lernen soll die Bildung zwar weiterhin sichern, allerdings werden dadurch die sozialen Unterschiede in der indonesischen Gesellschaft besonders deutlich.

Gut ausgestattete Schulen in den städtischen Gegenden des Landes können das Online-Lernen schnell und ohne große Probleme einführen. Schulen mit nicht so guter Ausstattung, vor allem in den ländlichen Gegenden, haben allerdings Schwierigkeiten, den Wechsel von Präsenzunterricht zum Online-Lernen zu vollziehen. Der Zugang zu stabilem Internet stellt häufig ein Problem dar, weshalb momentan viele Schülerinnen und Schüler trotz des Angebots keinen Zugang zu Bildung haben. Eltern, die wegen der Pandemie ihren Job verloren haben, können ihre Familien meist kaum noch ernähren; Bildung steht momentan häufig nicht an erster Stelle.

Online-Lernen in allen Schulen, allen Fächern und den ganzen Tag über zu nutzen, stellt eine große Herausforderung dar. Viele Schülerinnen und Schüler sowie Eltern beschweren sich bereits über unzumutbare Aufgaben, Fristen und Zeitpläne. Der Lehrplan der indonesischen Schulen ist nicht auf die Online-Vermittlung der Inhalte ausgelegt. Ein weiteres Problem ist, dass viele Schülerinnen und Schüler nicht daran gewöhnt sind, unabhängig zu lernen, weshalb sie mit der Situation überfordert sind. Auch die Lehrerinnen und Lehrer haben Schwierigkeiten damit, das Online-Lernen umzusetzen, da im Vorfeld kaum Schulungen zu dem Thema angeboten wurden.

Um den Erfolg des Online-Lernens in Indonesien zu gewährleisten, muss die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer nun von den Eltern übernommen werden: sie sollten ihre Kinder beim Lernen unterstützen. Leider ist das jedoch nicht immer möglich, da einige Eltern weiterarbeiten müssen und nicht ununterbrochen bei ihren Kindern sein können. Außerdem leben einige Schülerinnen und Schüler bei ihren Großeltern, die womöglich nicht mit der für das Online-Lernen notwendigen Technologie vertraut sind.

Auch wenn das Online-Lernen bereits eine gute Möglichkeit für viele Schülerinnen und Schüler ist, sollte weiter nach Lösungen für diejenigen in der indonesischen Gesellschaft gesucht werden, die derzeit keinen Zugang zu Bildung haben. Schülerinnen und Schüler sollten lernen, unabhängig zu lernen, und Lehrerinnen und Lehrer sollten effektive Online-Lehrstrategien erarbeiten. Nach COVID-19 kann es wieder zu ähnlichen Situationen kommen, die die Schülerinnen und Schüler dazu zwingen, zu Hause zu bleiben. Daher müssen wir für die Zukunft gewappnet sein und uns weiter dafür einsetzen, dass jedes Kind Zugang zu Bildung hat.