Kostenlose Gesundheitschecks

Bereits zweimal stellte “Project Child” kostenlose medizinische Vorsorgeuntersuchungen für die Menschen aus “Kricak Kidul” bereit. Die erste fand am 5. Mai 2013 und die zweite am 23. Februar 2014 statt. PCI arbeitete dafür mit dem “Zentrum für internationale Medizinstudenten” (CIMSA) der “Gadjah Mada” Universität zusammen. Dr.med. Didik Setyo Heriyanto und seine Studenten untersuchten jeden einzelnen Bewohner und es wurden Blutzucker und -druck, sowie der Cholesterinspiegel gemessen. Neben dieser allgemeinen Untersuchungen, kam es zusätzlich zu Tuberkulosetests.

Während der individuellen Vorsorge, unterrichteten die Freiwilligen die Kinder darüber, wie wichtig es ist, sauberes Wasser zu nutzen. “Kricak Kidul” liegt direkt an einem Fluss, der, obwohl er als Frischwasserquelle dient, leider viel zu oft als Müllhalde benutzt wird. Der korrekte Umgang mit Wasser ist ein zentrales Thema des Unterrichts von PCI. Jedes der Kinder erhielt ein gesundes Mittagsessen und ein Stück Seife. Als Reaktion auf den Ausbruch des Vulkans Kelud 2014 wurden ebenfalls Atemschutzmasken verteilt, um vor der Vulkanasche zu schützen.

 

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Flohmarkt in “Kricak”

Durch großzügige Spenden von 2nd Hand-Kleidung und anderen Haushaltsgegenständen von Leuten aus Yogyakarta, sowie internationalen Studenten, Freunden und der Olifant School, konnte PCI einen Basar organisieren, dessen Erlös direkt den Kindern der Gemeinde zu Gute kam. Der “Cheap Bazaar” öffnete im Januar 2014 seine Tore. PCI lag es am Herzen, dass den Besuchern und Käufern direkt vor Auge geführt wurde, welchen Wert der Verkauf der Gegenstände für die Gemeinde hat. Jedes Teil konnte zu einem Preis von IDR 1.000-10.000 (USD 0.10$-1.00$) erstanden werden. PCI half den Kindern ihre Stände aufzubauen und verteilte den Erlös am Ende des Basars zu gleichen Teilen unter den Kindern auf. Man setzte sich daraufhin mit ihnen zusammen und besprach, was Sinnvolles mit dem Geld anzufangen sei. Der “Cheap Bazaar” war Teil von PCIs “Zero Rupiah Project”-Kampagne. Der gesamte Erlös ging an die Kinder der Gemeinde.

“Eigentlich helfe ich sonntags immer meinem Vater, handgemachtes Spielzeug zu verkaufen, aber diesen Sonntag möchte ich beim Basar mitmachen. Das Geld, das ich heute verdiene, werde ich meinem Vater geben.” – Deni, 8 Jahre alt.

“Ich werde das Geld in meine Spardose tun, um mir später Bücher und Stifte für die Schule zu kaufen”. Yolanda, 10 Jahre alt.

 

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Lehre über Natur-Katastrophen-Management

Im Durchschnitt kommt es alle vier Jahre zu einem Ausbruch des Merapi-Vulkans. Der letzte dieser Ausbrüche ereignete sich 2010 und verursachte schwere Folgen für die Bewohner der Flußgegenden in Yogyakarta. Mehrere Kubikmeter Vulkangestein wurden den Fluss hinabgespült und bedingten den Anstieg der Sedimentschicht des Flusses. In der tropischen Regenzeit, kann der Fluss die Wassermenge nicht mehr tragen und es kommt immer wieder zu schwerwiegenden Überflutungen, die besonders im niedrig liegenden “Kricak” schwerwiegende Folgen haben. Dabei ist nicht nur die Infrastruktur des Slums, sondern auch direkt die Gesundheit der Menschen betroffen.

Im Juli 2013 organisierte die “Gadjah Mada” Universität eine Sommerschule mit dem Titel “Enhance the Role of Young Health Professionals on Disaster Medicine and Management”. Diese Sommerschule wurde international ausgelegt und von Studenten aus Deutschland, Österreich, Ägypten, der Tschechischen Republik, Malaysia, Japan, Spanien und Slovenien besucht. PCI hatte die Möglichkeit mit der Sommerschule zusammenzuarbeiten und konnte, durch die Kooperation, internationale Expertise nach “Kricak” bringen, um die Kinder und Eltern vor Ort auf interaktive und “leicht verständliche” Weise im Umgang mit Naturkatastrophen zu schulen. Im Zuge dessen lernten die Einwohner von “Kricak” zum ersten Mal Erste Hilfe. PCI glaubt, dass es von immenser Bedeutung ist, besonders die Einwohner von gefährdeten Gebieten gezielt zu schulen, um ein Bewusstsein für den Umgang und die Vorkehrungsmaßnahmen bezüglich verschiedener Naturkatastrophen zu schaffen.

 

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Das “Naturtheater”

Im Februar 2013, nahmen 30 PCI-Kinder an einer Theateraufführung zum Thema Natur teil. Diese süße Aufführung fand in der “Olifant International School” statt und stand allen Interessierten offen. Die Geschichte befasste sich mit der Schönheit, aber auch den Problemen, des Lebens am Fluss. Den Kindern, wie dem Publikum, wurde die Wichtigkeit des Naturschutzes vor Augen geführt.

Die Theateraufführung fand in den Anfangstagen von PCI statt und wir waren über die Zusammenarbeit mit Olifant School und seiner Lehrenden besonders glücklich. Besonderer Dank gilt auch Prianka Rama, dem jungen Mann aus “Kricak”, der das gesamte Stück aus Sorge um sein Dorf geschrieben hat und den Studenten der “STMIK AMIKOM” Yogyakarta, die die farbenfrohen Kostüme der Kinder komplett aus recycleten Materialien geschaffen haben.

 

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“Green Class” und “Vertical Garden”

Das Ziel der “Green Class” war es, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, gesunde Natur zu erleben – eine Erfahrung, die der eigenen Lebensumgebung oftmals konträr gegenübersteht. Da es keine öffentlichen Parkanlagen in Yogyakarta gibt, nahm PCI die Kinder auf einen Ausflug nach “Banyu Mili Garden and Pool” mit. Dieser Ausflug ins Grüne wurde mit Spendengeldern finanziert. Vor Ort konnten die Kinder erleben, wie eine gut gepflegte und “gesunde” Naturumgebung aussieht. Sie konnten frei herumtollen und die Schönheit von “Banyu Mili” genießen. In verstopften “Kricak Kidul” ist eine solche Unbeschwertheit schwer möglich. Am Ende des Ausflugs sollten die Kinder ein Bild malen, was ihre Träume für “Kricak” darstellt. Hier eines der Bilder:

 

 

In einem nächsten Schritt lag es PCI sehr am Herzen, “Kricak Kidul” etwas grüner zu gestalten. Daraus entstand die “Vertical Garden”-Idee. Die Gärten sind Teil der “Zero Rupiah Project”-Kampagne. Als Grundlage für den Bau der Gärten dienten ausschließlich recyclete Materialien wie alte Möbel für die Gerüste und Plastikflaschen als Blumentöpfe, welche von den Kindern dekoriert wurden. Die Gärten dienen den Familien als Grundlage auf dem engen Gassen zwischen ihren Unterkünfte Blumen und Gemüse selbst anzupflanzen. Ein Ergebnis dieses Programms wird sein, dass es in Zukunft mehr Gemüse auf dem täglichen Speiseplan geben wird. Ebenso werden die Kindern lernen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen, da ihnen die Pflege der Gärten obliegt. Schon in jungen Jahren werden sie verstehen, was es bedeutet, sich aktiv um etwas kümmern zu müssen, welches im nächsten Schritt ein besseres Verständnis für Umweltschutz schaffen wird.

 

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Gesünder Kochen und “Morning Bite”-Programm

Mit den nötigen finanziellen Mitteln ist eine gesunde Ernährung kein Problem. Für die Familien in “Kricak Kidul” ist es jedoch gerade bei finanziellen Engpässen besonders schwierig, eine gesunde und nährreiche Ernährung zu gewährleisten. Das Ziel des “Gesünder Kochen”-Unterrichts ist es, die Familien zu ermutigen, gesündere Entscheidung beim Kauf der Lebensmittel zu treffen. Schon bei der Planung wurde der Unterricht gut aufgenommen. Die Frauen waren besonders an gesunden, internationalen Rezepten interessiert.

Während der Einführung, stellten die internationalen Freiwillige Gerichte aus ihren Heimatländern vor – natürlich mit einem gewissen indonesischen Touch! PCI erstellte daraufhin ein Kochbuch mit diesen Rezepten und lokalen Zutaten zusammen. Besonders wichtig dabei war es auch eine ungefähre Aufstellung der Kosten pro Mahlzeit hinzuzufügen. Die Familien lernten im Unterricht, worauf sie achten müssen, um gesünder zu kochen und dabei besonders auf zu viel Öl und Zucker zu verzichten. Das Ziel dabei: Das täglich Budget sollte von den neuen Rezepten nicht beeinträchtigt werden.

Zusätzlich zum “Gesünder Kochen”-Unterricht implementierte PCI das “Morning Bite”-Programm. Ein bis zwei Mal die Woche sollten Alternativen für ein gesundes Frühstück geboten werden, welche auch mit einem geringen Budget umsetzbar sind. Je nach Erfolg des “Morning Bite”-Programms, könnte sich PCI vorstellen, den Müttern mit Mikrokrediten zu helfen, den “Healthy Breakfast Point” unabhängig weiterzuführen.

 

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Besuch an der Universität

In Zusammenarbeit mit der Pädiatrie-Abteilung der “Gadjah Mada” Universität, besuchte PCI mit den Kindern und ihren Müttern den Campus. Hand in Hand mit den Freiwilligen erkundeten die Kinder das Areal und beobachteten die verschiedensten Aspekte des Studentenlebens. Sie besuchten die Bibliothek, die Mensa, die Studierendenzentren und besonders die Labors. Im Labor konnten die Kinder verschiedene medizinische Geräte ausprobieren und sich über deren Nutzung Gedanken machen. Die Mütter saßen derweil mit Pädiatrie- und Psychologieprofessoren zusammen und ließen sich von ihnen über die Möglichkeiten von universitären Laufbahnen für ihre Kinder informieren.

Im Normalfall haben indonesische Mütter aus der sozial schwächeren Schicht erst gar nicht die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen, was ihre Kinder nach dem Abschluss der kostenfreien High-School machen. Begriffe wie “Stipendium” oder das Erstellen eines Finanzierungsplans sind ihnen oftmals gänzlich unbekannt. Den Campus zu besuchen und die Infos, die durch die Lehrenden vermittelt wurden, zeigten den Müttern, dass es Alternativen und Wege gibt.

 

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Ein ethischer Umgang mit Tieren

Ein integraler Bestandteil des Unterrichts ist das Erlernen eines ethisches Umgangs mit Tieren – an Land, wie im Meer. Um das Gelernte zu vertiefen und umzusetzen, veranstalte “Project Child Indonesia” mit der Unterstützung vom “Pandu Indonesia Language Course” im Januar 2012 einen Ausflug in den Gembira Loka Zoo in Yogyakarta. Die internationalen Studenten des Kurses besuchten die Kinder in “Kricak Kidul”, bevor es dann gemeinsam in den Zoo ging.

Teil des Ausflugs war es ebenso, die Englischkenntnisse der Kinder durch die direkte Assoziation von Wörtern und Gesehenem zu verbessern. Da PCI glaubt, dass ein ethischer Umgang mit Tieren von enormer Wichtigkeit ist, wird eine direkte Partnerschaft zu Diving OCEA gepflegt. Diving OCEA hat es sich zum Ziel gesetzt, das Leben der Meere zu schützen und die jüngere Generation dazu zu ermutigen, ihren Teil dazu beizutragen.

 

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Traditionelle indonesische Spiele

Im Juni 2012 lud das “Royal Ambarrukmo Hotel” in Yogyakarta die Kinder aus “Kricak Kidul” zu einem Tag mit traditionellen indonesischen Spielen ein. Das Ambarrukmo-Museum ist Teil des Kulturerbes der Stadt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die traditionsreiche indonesische Kultur zu erhalten. Die Kinder hattem beim “Dakon”, bei welchem sie ihre strategischen und mathematischen Fähigkeiten unter Beweis stellen mussten, sowie beim “Bakiak”, bei welchem Geschicklichkeit und Teamwork an der Tagesordnung standen, sehr viel Spaß. Bei jedem der Spiele ging es um zwei wichtige grundlegende Dinge – Sportsgeist und Fairness.

 

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